Frühjahrsvisite 2026: Digitalisierung braucht mehr als Software

Mehr als 50 Mitglieder und Gäste folgten der Einladung zur Frühjahrsvisite 2026 der Gesundheitsregion Osnabrück-Emsland e.V. . Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein zentrales Zukunftsthema: die Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Praxisalltag.

Bereits zur Begrüßung machte Jens Windmöller deutlich, dass Innovation und Austausch die Grundlage für die Weiterentwicklung der regionalen Gesundheitsversorgung sind. Auch die Vorstellung des Osnabrück Healthcare Accelerators (OHA) durch Oliver Volkmer unterstrich die Bedeutung der Start-up-Szene als Impulsgeber für neue Lösungen.

Zwischen Anspruch und Realität: Herausforderungen im Praxisalltag

Die Vorträge zeigten deutlich, vor welchen Herausforderungen Arztpraxen heute stehen. Neben steigenden Patientenanforderungen und wachsender Bürokratie bindet insbesondere der Personalmangel wertvolle Ressourcen. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen der Patientinnen und Patienten: Sie sind besser informiert, wünschen sich mehr Prävention und erwarten eine intensivere Beratung.

Auch wirtschaftliche Aspekte spielen eine zunehmende Rolle. Vielen Praxen fehlt die Transparenz darüber, welche Leistungen tatsächlich wirtschaftlich sind und wo ungenutzte Potenziale liegen.

Digitalisierung: gewollt, aber schwer umzusetzen

Ein zentrales Ergebnis der Veranstaltung: Die Bereitschaft zur Digitalisierung ist in den Praxen vorhanden – häufig fehlt jedoch eine klare Orientierung, wo und wie begonnen werden sollte. Initiativen wie strukturierte Digitalisierungsfahrpläne können hier wichtige Unterstützung leisten.

Dabei wurde deutlich, dass Digitalisierung mehr bedeutet als der Einsatz einzelner Softwarelösungen. Vielmehr geht es um die ganzheitliche Optimierung von Prozessen und Strukturen, diese Aspekte wurden von Nora Zumdick der apobank dargestellt.

KI als Chance – mit klaren Voraussetzungen

Künstliche Intelligenz wird von vielen Ärztinnen und Ärzten als Chance wahrgenommen, etwa zur Unterstützung bei Diagnosen. Voraussetzung für ihren erfolgreichen Einsatz sind jedoch effiziente und standardisierte Praxisabläufe.

Erst wenn Prozesse optimiert sind, kann KI ihr volles Potenzial entfalten und den Praxisalltag spürbar entlasten.

Konkrete Einblicke in innovative Lösungen

Wie digitale Praxis konkret aussehen kann, zeigte unter anderem das Unternehmen Docport: Von der digitalen Patientensteuerung über automatisierte Check-in-Prozesse bis hin zu Videosprechstunden und intelligenten Telefonassistenten wurde deutlich, wie stark sich Abläufe bereits heute verändern können. Auch die direkte Integration von Untersuchungsergebnissen in die Praxissoftware sowie datenbasierte Auswertungen eröffnen neue Möglichkeiten.

Einen Blick in die Zukunft warf das Osnabrücker Start-up pheal. Mit innovativen Sensorlösungen zur kontinuierlichen Erfassung von Gesundheitsdaten verfolgt das Unternehmen das Ziel, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und präventiv zu handeln – ein wichtiger Schritt hin zu einem proaktiven Gesundheitssystem.

Fazit: Der Weg zur digitalen Praxis ist ein Prozess

Die Frühjahrsvisite 2026 hat gezeigt: Der Weg zur digitalen Praxis ist kein einzelner Schritt, sondern ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess. Neben technologischen Lösungen braucht es vor allem klare Strategien, optimierte Abläufe und den Mut, neue Wege zu gehen.

Der intensive Austausch und die praxisnahen Impulse haben einmal mehr verdeutlicht, wie wichtig die Vernetzung der Akteurinnen und Akteure für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung ist.

 

    

     

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